Für den Samstag, 17. April hat die Kampagne antifascist action! einen Aktionstag unter dem Motto „#Selbermachen – gegen die rechten Krisenlöser von „Querdenken“ und Co“ ausgerufen. Denn aus der „Querdenken“ / Corona-Leugner Bewegung wurden für den Samstag Kundgebungen, Aktionen und Demos im ganzen Bundesgebiet angekündigt! Diese blieben nicht lange unbeantwortet. U.a. in Stuttgart, in Villingen-Schwenningen, Kempten und in Reutlingen gab es organisierten Protest und Blockaden im Rahmen des Aktionstags. In Tübingen wurde unter dem Motto #Selbermachen bereits am Freitag Abend ein „Querdenken“ – Autokorso zeitweise blockiert und in Augsburg gab es am 18. April Proteste gegen einen Autokorso.

Nach nach einer Tiefphase Ende 2020 ist die reaktionäre Bewegung wieder im Aufwind und erhält Zulauf. Immer öfter versucht sie seit dem neuen Jahr an die Öffentlichkei zu drängen und mit Demos wie in Stuttgart und Kassel Straßenerfolge zu verbuchen. Und das geradzu hofiert von der Polizei und geduldet von den Städten! Nichts anderes war auch für den 17. April zu erwarten. Zu recht: trotz einem Verbotsverfahren mobilisierten die „Querdenker“ nach Stuttgart. Und während der OB Frank Nopper morgens lieber einen Regenbogen auf den Marienplatz malte, wurden engagierte AntifaschistInnen von den Cops angegriffen, um den rechten Spontanaufzügen von „Querdenken“ den Weg frei zu machen.

Das Wochenende hat wieder einmal gezeigt: wir können uns in einem konsequenten Kampf gegen Rechts weder auf die Bullen noch auf die Gerichte verlassen. Wir müssen es selbst in die Hand nehmen, uns organisieren und gemeinsame Aktionen planen! Schleißt euch deshalb der Kampagne an: plant Aktionen gegen „Querdenken“ und andere rechte Krisenlöser, werdet selbstbestimmt aktiv, flyert und malt Transpis…. Lasst uns die vielfältigen Aktionen gegen Rechts unter dem Label antifascisct actions! sammeln und als antifaschistische Bewegung gemeinsam auftreten!

Im Folgenden findet ihr Nachberichte und Bilder der antifaschistischen Proteste gegen „Querdenken“!


Antifaschistischer Infostand in Villingen & Blockade gegen Coronaleugner:innen in Schramberg.
Bericht des Offenen Antifaschistischen Treffen Villinge-Schwenningen


Die Gerüchte um einen möglichen Aufmarsch aus dem „Querdenken“-Lager nahmen wir zum Anlass in Villingen Präsenz zu zeigen. Nach dem im Laufe der vergangen Woche klar wurde, dass am Samstag keine wirkliche Mobilisierung aus dem reaktionären Lager der Corona-Verschwörer:innen stattfindet und diese stattdessen für den 9.Mai eine „Großdemonstration“ in Villingen planen, führten wir am Samstag den 17. April stattdessen einen Infostand durch.

Infostand am Vormittag:
Kleine Aktionen am Rande des Infostandes richteten sich gegen die erneut verhängten nächtlichen Ausgangssperren. Denn klar ist: die Maßnahmen der Politik gegen die Covid-Pandemie sind einseitig und beschränken vor allem die Freizeit der normalen Menschen, während die Wirtschaft von einem Großteil der Einschränkungen ausgenommen bleibt. Gerade mit den erneuten Ausgangssperren wird einmal mehr Symbolpolitik auf unserem Rücken betrieben – wirklich sinnvolle Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung müssen anders aussehen. Nicht nur im Umgang mit Corona zeigt sich das Scheitern des kapitalistischen Systems. Der Infostand wurde so auch genutzt um mit weiteren Aktiven aus dem Vorbereitungsbündnis auf die 1.Mai Demo in Schwenningen zu mobilisieren.

Antifaschistische Intervention am Nachmittag:
Während in Villingen an diesem Tag keinerlei Corona-Freaks zu sehen waren, sollte im Nachbar-Landkreis in der Stadt Schramberg zum wiederholten Male eine Demonstration von Querdenker:innen, Esoterik-Freaks, Impfgegner:innen, fundamentalistische Christen und „klassischen“ Coronaleugner:innen statt finden.
Einige Antifas nahmen dies zum Anlass und intervenierten in dem beschaulichen Städtchen.
Mit einer Blockade wurde die Anti-Corona-Demonstration nach einigen Metern in der Fußgängerzone gestoppt und schlussendlich zum ändern ihrer Route gezwungen. Da der Weg durch die Innenstadt versperrt wurde, konnten die 100-200 Teilnehmer:innen nur einen kurzen Teil ihrer geplanten Route laufen.

Neben dem Protest auf der Straße und dem Widerstand gegen reaktionäre Schwurbler:innen und Nazis müssen wir als Antifaschist:innen eine klare politische Kante zeigen. Antifaschistischer Widerstand gegen Rassisten, Nazis und reaktionäre Verschwörungsanhänger:innen gehört zusammen mit dem Kampf gegen die herrschenden Zustände und das kapitalistische Krisendesaster.


Selbermachen: Antifaschistisches Aktionswochenende gegen die Querdenken-Bewegung in Tübingen und Reutlingen
Bericht des Offenen Treffen gegen Faschismus und Rassismus Tübingen und die Region

Dieses Wochenende sind wir gleich zweimal gegen die Querdenken-Bewegung in der Region aktiv geworden. Los ging es am Freitag, als „Querdenken“ einen Autokorso durch die Tübinger Innenstadt machen wollte, den wir erfolgreich verhindern konnten. Am Samstag ging es für uns dann weiter nach Reutlingen, wo wir uns an der Kundgebung des Bündnis Gemeinsam & Solidarisch gegen Rechts Reutlingen und Tübingen beteiligt haben und anschließend den „Lichterspaziergang“ von „Eltern stehen auf“ in Reutlingen zeitweise blockieren konnten.

An beiden Tagen haben wir erfolgreich gezeigt, dass „Querdenken“ bei uns in der Region mit seinen rechten Antworten auf die Corona-Krise keinen Platz hat!

Im Folgenden findet ihr die Nachberichte für die beiden Tage:

Tübingen:
Am Freitag Abend haben wir mit 30 Antifaschist*innen, ein Teil zu Fuß, der andere Teil mit dem Fahrrad, mehrmals den Autokorso von „Querdenken-7071“ blockiert. Die erste Blockade fand direkt zur Ortseinfahrt nach Tübingen statt, bei der die sichtlich genervten „Querdenker“ wenige Minuten nach dem Start ihres Korsos eine ungeplante Pause einlegen mussten. Nach abfilmen der Blockade und ersten Aufforderungen der Cops, die Straße frei zu machen, entschieden sich die Bullen, den Autokorso lieber umzulenken. Womit die Bullen wohl nicht rechneten, ist, dass auch wir uns in Tübingen auskennen und die Umleitung über eine Seitenstraße zur nächsten Blockade für die „Querdenker“ führte. Diesmal hatten die Bullen, die mit 6 Fahrzeugen den Autokorso beschützen sollten, dass Ziel, die Antifas von der Straße zu kriegen. Nachdem die Bullen zwar die Blockade die Straße entlang prügelten, allerdings nichts daran ändern konnten, dass die ganze Straße gesperrt blieb setzten sie Pfeffer ein, wovon sich die entschlossenen Antifas allerdings auch nicht beeindrucken ließen und solidarische Anwohner*innen die getroffenen mit Wasser versorgten. Nachdem sie dann auch noch einen Aktivisten mit Kabelbindern fesselten und festnahmen, gaben sie auf und leitenden den Autokorso erneut um. Daraufhin lösten wir die Blockade auf und hielten an den verschiedenen Ortseingängen Ausschau, ob die Querdenker auf anderem Weg in die Innenstadt fahren wollten. Auch eine Gruppe Fahrradfahrer*innen schloss sich im Anschluss an ihre Critical-Mass uns an und warteten am Punkt der ersten Blockade, ob die „Querdenker“ eine zweite Runde starten wollten. Das war allerdings nicht mehr der Fall – „Querdenken-7071“ fuhr nach unserem Eingreifen nur noch auf Bundesstraßen um Tübingen herum und traute sich am Freitag Abend nicht mehr in die Innenstadt!

Der Abend hat mal wieder gezeigt, dass Antifaschismus wirkt! Auch wenn die Bullen mit aller Kraft versuchten, die Straße für die Querdenker frei zu prügeln, konnten wir durch unser entschlossenes Handeln, „Querdenken-7071“ aus unserer Stadt freihalten!

Platzverweis für Querdenken!
Gegen rechte Krisenlösungen! In Tübingen oder sonst wo!

Reutlingen:
Am Samstag, dem 17.04. sind wir in Reutlingen mit ca. 80 Menschen aus verschiedensten Spektren gemeinsam auf die Straße gegangen, um für eine gerechte Krisenfinanzierung und gegen rechte Krisenlöser von „Eltern stehen auf“, „Querdenken“ und Co zu demonstrieren!

In verschiedenen Redebeiträgen, vom Bündnis Gemeinsam & Solidarisch gegen Rechts Reutlingen und Tübingen, den Gewerkschaften, der Linkspartei und des AK Flüchtlinge wurde eine soziale Lösung der Krise gefordert, in der die Gesundheit der Menschen vor Profiten steht.

Denn wer die Kosten dieser Krise zu tragen hat, zeichnete sich schon ganz zu Beginn ab. Während viele Menschen ihren Job verloren oder um diesen bangen müssen und während Familien mit geradezu lächerlichen Kurzarbeiter*innengeldern abgespeist werden, kassierten und kassieren große Konzerne Staatshilfen und zahlen Dividenden an Aktionäre aus. Parallel dazu schuften Pflegekräfte bis an ihre Grenzen und bekommen dafür Applaus statt einer anständigen Bezahlung. Großraumbüros bleiben Superspreader Events und wir sollen dafür mit Ausgangssperren und Freizeitbeschränkungen bezahlen!

Das wundert uns aber nicht, denn das ist nur die logische Konsequenz einer kapitalistischen Wirtschaftsweise, in der es einfach immer um die Vermehrung von Kapital geht. Im Zweifel auch auf Kosten von Menschen, deren Gesundheit und unserem Planeten.

Auf der Bündniskungebung wurde deshalb, in Abgrenzung zu „Querdenken“ und Co, ein solidarischer Shutdown, Büroschließungen bei vollem Lohnausgleich, eine konsequente Pandemiebekämpfung, sinnvolle Hygienemaßnahmen statt Ausgangssperren und Impfstoff für alle gefordert!

Im Anschluss an die Kundgebung haben sich c.a. 40 Menschen dem Protest gegen die rechten Krisenlöser von „Eltern stehen auf“, in Hör und Sichtweite von deren Kundgebung anschgeschlossen. Kurz nachdem die Rechten zu ihrem Wöchentlichen Spaziergang loslaufen wollten, mussten sie dann doch wieder stehen bleiben, da es einige Antifaschist*innen auf die Route der Rechten geschafft hatten. Diese wurde zeitweise blockiert, bis die Cops es nach einigem Drücken schafften, den Rechten den Weg frei zu machen.

Die „Eltern“ laufen seit Wochen mit AfD und Nazis, ohne Maske und Abstand, Verschwörungserzählungen verbreiten, von „Freiheit“ faselnd und Pandemieleugnend durch Reutlingen. Anstatt das Krisenmanagement von linker Seite anzugreifen und einen solidarischen Shutdown zu fordern, machen „die Eltern“ lieber gemeinsame Sache mit den Rechten und fordern ein zurück zur „Normalität“. Normalität bedeutet im Kapitalismus aber auch ohne Corona für die Mehrheit der Menschen schlechtebezahlte Jobs, hohe Mieten, und unbezahlte Care-Arbeit! Und was Rechte und Nazis von Freiheit halten, hat die Historie zu Genüge gezeigt…

Also: Wir wollen kein zurück zur Normalität, sondern eine solidarische Gesellschaft und Zukunft!

Freiheitsrechte nicht mit Nazis, Für eine soziale Krisenlösung!
#Selbermachen, antifascist action! – Gegen rechte Krisenlösungen


Querdenken stoppen? Selber machen! – Protest in Stuttgart
Bericht des antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart und die Region

Wir hatten uns darauf eingestellt, dass die Querdenker trotz Verbotsverfahren und Klagen vor dem Verwaltungsgericht kommen werden. Die Stadt Stuttgart setzte nach dem skandalträchtigem 3. April 2021 auf Imagepflege – OB Frank Nopper malte morgens lieber einen Regenbogen auf den Marienplatz, anstatt sich um ein konsequentes Vorgehen gegen die Querdenker zu kümmern.

Deshalb war wieder einmal die antifaschistische Bewegung gefordert. Und so mobilisierten viele Gruppen am heutigen Samstag zu verschiedenen Aktionen in der Stadt. Wir haben zu Protesten am Marienplatz, auf den die Querdenker ursprünglich wollten, aufgerufen und konnten damit eine größere Ansammlung der rechtsoffenen Bewegung verhindern. Schwurbler, die sich auf unsere Kundgebung verirrt hatten, wurden direkt vom Platz verwiesen.

Viele HeslacherInnen machten deutlich, dass die rechten Verschwörer hier nichts zu suchen haben und hängten selbstgemachte Transparente aus ihren Wohnungen – das widerständige Heslach war heute sichtbar.

Rund 800 Leute zogen nach der gemeinsamen Kundgebung in einer lautstarken Demo in die Innenstadt zur nächsten Station, dem „Platz da!“-Picknick als Blockade auf der B14. Dabei scherte ein Demo-Teil aus, um die durch die Stadt ziehenden Querdenker-Gruppen zu blockieren und zu stören: In Stuttgart wird ein entspanntes Zusammensein zwischen reaktionären Kleinbürgern und Nazis nicht geduldet.
Die Cops, insbesondere das BFE, zeigten sich gewohnt aggressiv, griffen AntifaschistInnen an und verhafteten Leute, während sie die rechtsoffenen Spontanaufzüge von Querdenken lange gewähren lies. Als die Cops punktuell einschritten und einige Querdenker im Kessel landeten, wurden sie dort mit Dixi-Klos und freundlichen Gesprächen hofiert um anschließend, für Stuttgart klassisch, mit städtischen Bussen der SSB wegkutschiert zu werden.

Weder auf die Stadt, noch auf Gerichte oder die Cops kann man vertrauen. Darauf hatten wir uns eingestellt und der Tag hat letztendlich bewiesen, was wir schon wussten: Wir müssen es selbst in die Hand nehmen, Querdenken & Nazis aus Stuttgart zu vertreiben.

Selbermachen ist die Devise – weiterhin! Gegen rechte Krisenlösungen!

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