Am 10.02. haben Antifaschist*innen vom antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart und Region vor den Daimler-Werken in Mettingen und Stuttgart-Untertürkheim antirassistische Betriebsflyer gegen rechte Krisenlösungen verteilt. Schon im Januar waren Antifas vom Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr früh am morgen aktiv und haben im Stihl-Werk in Waiblingen/Neustadt über den faschistischen Verein „Zentrum Automobil“ informiert. Und auch in Villingen-Schwenningen wurden die Flyer bereits am Ende des letzen Jahres von Antifas des Offenen Antifaschistischen Villingen-Schwenningen vor dem Zulieferbetrieb Mahle in Rottweil an die ArbeiterInnen verteilt.
Aktiv werden gegen rechte Krisenlösungen heißt auch in den Betrieben wachsam zu sein und rechter Betriebsarbeit mutig entgegenzutreten!

Infos zu den Faschisten der Pseudogewerkschaft „Zentrum Automobil“ findet ihr bei der Antifaschistischen Aktion [Aufbau] Stuttgart und der Antifaschistischen Perspektive Rems-Murr.

Nachbericht das aabs Stuttgart:
Rechte Hetze schafft keine Arbeitsplätze

Heute morgen, am 10.2.21, waren wir vor den Daimler-Werken in Mettingen und Untertürkheim.

Mit einem antirassistischen Betriebsflyer, der an die KollegInnen und Kollegen verteilt wurde, haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass Rechte seit Jahren versuchen Einfluss in den Betrieben zu gewinnen. Im Daimler-Werk Untertürkheim gibt es seit über zehn Jahren das von Faschisten gegründete Betriebsprojekt „Zentrum Automobil“, das mit antigewerkschaftlicher Hetze und rechten Parolen versucht, die Belegschaft zu spalten.

Vom 06.-13.02.21 findet die Aktionswoche des bundesweiten Bündnisses #nichtaufunseremrücken im Zuge der anstehenden Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie gegen den Arbeitgeberverband Gesamtmetall statt.

Wir solidarisieren uns mit den Kolleginnen und Kollegen und ihrem Arbeitskampf für bessere Arbeitsbedingungen. Mit dem folgenden Einleger sind wir auf den Zusammenhang zwischen rassistischer Spaltung im Betrieb und der Spaltung der ArbeiterInnenklasse gegenüber den Kapitalisten eingegangen:

Achtung! Nazis im Betrieb!

Seit 2010 gibt es hier im Werk Untertürkheim die rechte Betriebsgruppe „Zentrum Automobil“. Gegründet wurde das Projekt, u.a. von dem Neonazi Oliver Hilburger.
Er war jahrelang Mitglied in der Naziband „Noie Werte“, er pflegt NSU-Kontakte und trat u.a. als Redner bei der AfD und Pegida auf. Neben ihm finden sich etliche weitere Faschisten mit tiefbraunen Wurzeln in dem Verein. Mittlerweile hat „Zentrum“ bundesweit Ableger, etwa in den Werken in Rastatt und Sindelfinden, bei BMW in Leipzig und Opel in Rüsselsheim.

Seit Jahren versuchen Rechte Einfluss in den Betrieben zu gewinnen. „Zentrum Automobil“ ist Teil eines rechten Netzwerks, das Rassismus und Verschwörungstheorien in den Parlamenten, im Netz und auf den Straßen verbreitet.

„Zentrum“ gibt sich als Gewerkschaft und somit als Vertetung der Beschäftigten: im Betrieb können sie den KollegInnen jedoch keine Lösung anbieten. Auch wenn sie sich als „Kümmerer“ im Werk zeigen, sind sie weder gewillt noch in der Lage dazu, einen Streik durchzuführen oder einen Tarifvertrag durchzusetzen. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, gegen die IG Metall zu hetzen und diese zu schwächen.

Dass die Führung der IG Metall immer wieder mit der Konzernleitung anbandelt, ist ein reales Problem. Jedoch keines, das bekämpft wird, indem wir aus der Gewerkschaft austreten, wie es „Zentrum“ fordert. Stattdessen braucht es eine kämpferische und starke Basis innerhalb der IG Metall.

Mit ihrer gewerkschaftsfeindlichen Politik spielt „Zentrum“ dabei vor allem den Arbeitgebern in die Hände: Wenn die ArbeiterInnen sich spalten lassen, haben die Chefs leichteres Spiel, ihre Interessen durchzusetzen. Dabei müssen wir gerade jetzt, da die Arbeitgeber angekündigt haben, die Folgen der Krise mit Sparmaßnahmen und Stellenabbau auf den Rücken von uns Beschäftigten auszutragen, zusammenstehen!

Lasst euch nicht spalten von den rechten Hetzern!
Organisiert euch in der Gewerkschaft!

Alle zusammen gegen den Faschismus!


Nachbericht des OAT Rems-Murr:
Informationen zu Zentrum Automobil bei Stihl // Bericht von Verteilung in Waiblingen-Neustadt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sicher haben Sie von der alternativen „Gewerkschaft“ Zentrum Automobil gehört, aber was steckt eigentlich hinter dieser „Alternative“?!

Seit einigen Jahren versuchen Nazis Einfluss in den Betrieben zu gewinnen. Der Rechtsrock-Musiker Oliver Hilburger gründete den Verein bei Daimler in Stuttgart. Inzwischen gibt es unter anderem Ableger bei Daimler Rastatt oder bei Porsche in Leipzig. Zentrum Automobil ist Teil eines rechten Netzwerks, dass Rassismus und Verschwörungstheorien in den Parlamenten, auf den Straßen und im Netz verbreitet. Der Einfluss dieser braunen “Bewegung” macht auch an Werkstoren nicht halt.

So gibt es auch hier im Werk mittlerweile einen Betriebsrat des Vereins „Zentrum Automobil“: Udo Kleebaur aus Althütte.

Auch wenn Kleebaur im Betrieb bisher kaum auffällt ist, dürfen wir ihn nicht unterschätzen. Er bekommt seine Anweisungen direkt vom Führer von Zentrum Automobil: Oliver Hillburger. Hilburger ist seit Jahren eine Größe der Neonazi Szene in Deutschland. So stammte unter anderem der „Soundtrack zum NSU“, der in Videos der rechten Szene vor Auffliegen der Gruppe kursierte, von der Band „Neue Werte“, von der Hillburger ein Teil war. Genau wie Kleebaur lebt er in Althütte, zusammen mit anderen Zentrums Aktivisten. Hilburger weiß, dass Zentrum bei Stihl noch zu schwach ist, um wirklich Schaden anzurichten. wie denn auch mit nur einem, unfähigen Betriebsrat? Aber auch ein einzelner Zentrums Vertreter kann gefährlich werden. Denn er hat eine hochpreisige Medienabteilung hinter sich. Zentrum hat im Betrieb keine Lösungen anzubieten, das versuchen sie mit professionellen und hetzerischen Youtube Videos auszugleichen.

Zentrum ist eng mit der AfD und der Naziszene verbunden und verteidigt Rassisten im Werk, so geschehen bei Daimler 2018. Dort setzen sie sich gegen die Kündigung zweier Arbeiter ein, die einen migrantischen Kollegen gemobbt hatten.

Das Hauptziel der Angriffe von Zentrum ist die IG Metall. Zentrum weiß nämlich, dass gewerkschaftlicher Zusammenhalt und Solidarität unter KollegInnen keine Nationalität oder Hautfarbe kennt. Zentrum dient mit ihrer gewerkschaftsfeindlichen Politik vor allem dem Arbeitgeber. Zentrum fordert immer wieder zum Austritt aus der IG Metall auf, ohne selbst in der Lage zu sein einen Streik zu führen oder Tarifvertrag durchzusetzen. Das wollen sie auch gar nicht: Zentrum leugnet den Interessensgegensatz zwischen uns und unseren Chefs. . Jede Stimme für Zentrum, jeder Austritt aus der IG Metall nutzt im Endeffekt dem Arbeitgeber.

Eine aktive Gewerkschaft ist die beste Antwort auf den rassistischen Verein “Zentrum Automobil”. Alle Mitglieder, nicht nur die Betriebsräte, sind zusammen dafür verantwortlich, wie die IG Metall im Betrieb auftritt. Gemeinsam gilt es einzutreten für eine bessere Zukunft ohne Rassisten im Betrieb!

Fallt nicht auf die Lügen von Zentrum Automobil herein!

Stärkt die IG Metall!

Für einen konsequenten Antifaschismus!


Nachbericht des OAT VS:
Flugblatt Aktion beim Zulieferbetrieb Mahle in RW

Heute Morgen waren wir vor dem Stihl-Werk in Neustadt und haben Flugblätter gegen Rassismus im Betrieb verteilt. Dazu hingen wir Transparente auf und brachten einige Schilder an, die über die Aktivitäten der rechten Pseudo-Gewerkschaft „Zentrum-Automobil“ bei Stihl informieren.

Verteilt wurden Flugblätter, die gemeinsam von einigen süddeutschen Antifa-Gruppen (unter anderem der Antifaschistischen Perspektive Ludwigsburg/Rems-Murr) herausgegeben wurden. Diese ordnen Rassismus als Spaltungsinstrument der herrschenden Klasse ein und zeigen auf, wie eine betriebliche Gegenwehr aussehen kann. Diese Flugblätter ergänzten wir um einen Einleger, den ihr hier finden könnt. Wir konnten mit der Aktion einige hundert KollegInnen erreichen und erhielten durchweg positive Rückmeldungen. Gerade in Anbetracht der anstehenden Tarifrunde in der Metall und Elektroindustrie und der sich immer weiter zuspitzenden Wirtschaftskrise ist es wichtig, dass wir über die Lügen der Rechten aufklären. Rassistische Ideologie und rechte Akteure wie „Zentrum Automobil“ schwächen nämlich den nötigen Widerstand gegen die Angriffe der Arbeitgeber.

Uns freut, dass eine ähnliche Aktionen bereits in Villingen-Schwenningen stattfand. Die Rechten versuchen in immer mehr Betrieben an Einfluss zu gewinnen und der alltägliche Rassismus macht vor den Werkstoren nicht halt – Zeit für eine starke antifaschistische Bewegung in Süddeutschland!

Vor Beginn der Frühschicht haben aktive vom offenen Antifaschistischen Treffen und der Initiative Solidarität leben in Rottweil Flugblätter an die ArbeiterInnen bei Mahle verteilt.

Die zunehmenden Angriffe von Oben auf die Rechte und Errungenschaften der Lohnabhängigen machen gerade keine Lockdown-Pause. Nicht nur bei Mahle, im großen Ausmaß bläst das Kapital auf unsere Arbeits- und Lebensbedingungen. Es sind rechte Akteure aller Lager die aus dieser Situation Profit schlagen wollen. AfD und Nazis versuchen gezielt durch Spaltung Stimmung zu machen und ihre Hetze in die Betriebe zu tragen. Für die reellen Probleme der Menschen haben AfD und Co keine Lösungen, im Gegenteil sie spalten die Belegschaften. Rassismus und Ausgrenzung lenkt von den tatsächlichen Ursachen der Krise ab und erschwert die notwendige kollektive Gegenwehr der Lohnabhängigen.

Für uns ist es richtig den Spaltungsversuchen eine klare Absage zu erteilen, solidarisch zusammen zu stehen und zu erkennen das wir schlussendlich als lohnabhängige die selben grundlegenden Interessen und Bedürfnisse haben. Wenn wir zusammenstehen, sind wir stark.

Genau darauf geht auch das, von mehreren Antifaschistischen Gruppen, veröffentlichte Flugblatt ein das in der Frühe an die KollegInnen verteilt wurden.

Die Krise nicht auf unserem Rücken!

Die Situation bei Mahle ist: Die Konzernführung streicht tausende Stellen zusammen. Betroffen vom Personalabbau und der einhergehenden Ungewissheit ist auch die Belegschaft in Rottweil. Über hundert Stellen wurden hier bereits abgebaut, maßgeblich über Altersteilzeit oder in dem sie nach Fluktuation nicht neu besetzt wurden. Im Oktober wurde zu dem die Arbeitszeit verkürzt, ohne Lohnausgleich wohlgemerkt.

„Wir haben es aktuell mit einer Krise zu tun, wie wir sie noch nicht erlebt haben“, so der Mahle Chef , Jörg Stratmann. Es komme darauf an „die Anstrengungen zur Kostensenkung konsequent fortzusetzen und die strategischen Ziele noch stärker in den Fokus zu nehmen“. Die Rechnung dafür soll, wenn es nach den Plänen der Chefetage geht, die Belegschaft bezahlen.

Dabei kriselt es beim Automobilzulieferer Mahle bereits länger und die „Sanierungspläne“ lagen bereits vor Corona auf dem Tisch. Schuld an der Misere beim Automobilzulieferbetrieb für die Kolben-Mahle ist nicht die Pandemie, sondern eine verfehlte Unternehmenspolitik die sich kurzfristigen Profiten orientiert und der Stuttgarter Konzern hat keine wirkliche Perspektiven für den Wandeln vom Verbrenner hin zum E-Auto.

Damit die Krise nicht auf unserem Rücken ausgetragen wird müssen wir uns wehren.

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