Wie wir auf indymedia lasen wurde in Schorndorf, Rems-Murr-Kreis am Samstag, 20.02. ein AfD-Infostand von mutigen Antifas besucht und sagen wir, so zurückgelassen, wie es sich gehört. (https://de.indymedia.org/node/141999) Der Stand konnte nicht weiter fortgeführt werden und lag in seine Einzelteile zerlegt auf dem gesamten Schorndorfer Marktplatz verteilt. Auch in Reutlingen wurde der Samstag genutzt sich antifaschistisch zu betätigen. Antifas aus Reutlingen und Tübingen versammelten sich am morgen auf dem Marktplatz und schirmten dort einen AfD-Infostand ab. Und auch in Frankfurt war das Offene Antifa Treffen aktiv und war gemeinsam mit 200 Menschen auf der Straße gegen das Antreten der Mühlheimer AfD bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung.
Weiter so: ob im Rems-Murr-Kreis, in Reutlingen, in Frankfurt oder sonst wo! Auf zu antifascist actions, überall und immer. RassistIn sein heißt Probleme kriegen!

Im Folgend dokumentieren wir den auf indymedia gefundenen Bericht zur antifaschistischen Intervention in Schorndorf, den Bericht des Offenen Treffen gegen Faschismus und Rassismus Tübigen und Region zur Aktion in Reutlingen und den Bericht des Offenen Antifaschistischen Treffen Frankfurt zur Demonstration in Mühlheim.

[RMK] Antifascist Action in Schorndorf!
Im Rahmen der Kampagne Antifascist Action – Gegen rechte Krisenlösungen wurde heute ein AfD-Stand in Schorndorf besucht. Ein Jahr nach dem rechtsterroristischen Attentat in Hanau wurde klargemacht, dass rechte Hetze nicht geduldet und mit unserem Protest konfrontiert wird. 

Vor einem Jahr und einem Tag wurden Ferhat Unvar, Hamza Kurtovic, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Paun und Fatih Saraçoglu in Hanau von einem Naziterroristen ermordet.

Dabei handelte es sich jedoch nicht um einen „tragischen Einzelfall“, denn der Nährboden für solche abscheulichen Taten, die mediale Hetze gegen MigrantInnen, wird bereitet von organisierten rechten Scharfmachern, allen voran von der AfD.

Eben jene AfD hielt heute in Schorndorf einen Wahlkampfstand ab. Im baden-württembergischen Landtagswahlkampf spielt sich die AfD als Partei der inneren Sicherheit, der familienfreundlichen Politik und der sozialen Gerechtigkeit auf. Real ist die AfD aber eine Gefahr für alle, die nicht in ihr rassistisches Weltbild passen oder in prekären Verhältnissen leben. Sie befürwortet Abschiebungen, reißt Familien auseinander und macht keine Politik für die lohnabhängige Mehrheit im Lande – die ArbeiterInnen – sondern für die Banken und Konzerne. Ein Blick in ihr Wahlprogramm bestätigt das.

Weil es nicht hinnehmbar ist, dass die AfD ihre Lügen und Hetze verbreitet, ging die Kampagne Antifascist Action – Gegen rechte Krisenlösungen an den Start. Im Rahmen dieser Kampagne wurde auch der heutige AfD-Stand in Schorndorf besucht. Ein Jahr nach dem Attentat in Hanau wurden denen, die am aggressivsten gegen alles „undeutsche“ hetzen und so die ideologische Munition für Rechtsterroristen liefern, klar gemacht, dass Rassist sein immer noch Probleme kriegen bedeutet.

Die AfD wird sich nach dem heutigen Tag – mal wieder – als Opfer darstellen. Dabei war es die AfD, die bei den Hetzjagden gegen MigrantInnen in Chemnitz den Mob mit anführte. Es war die AfD, die bei den eskalierten Querdenken-Demos Angriffe auf JournalistInnen und Gegenproteste mittrug. Und es ist die AfD, die Tag für Tag gegen MigrantInnen hetzt und so die gesellschaftliche Spaltung vorantreibt.

Auch das mediale Echo ließ nicht lange auf sich warten. Aus allen Kanälen und politischen Lagern schallte es Solidaritätsbekundungen und Verurteilungen der antifaschistischen Intervention. Es ist erschreckend, wie sehr sich das nihilistische Mantra von der „freien Meinungsäußerung“ in den öffentlichen Diskurs eingebrannt hat.

Rassisten Hetzen, Terroristen morden – und wir sollen das respektieren? Soll das dieser „demokratische Diskurs“ sein, den es zu schützen gilt? Für uns ist klar: es gibt kein Recht auf rechte Propaganda! Wer den ideologischen Nährboden für rechte Gewalt liefert wird mit unserem Widerstand konfrontiert – ganz gleich wie bieder sie sich dabei geben!

Gerade in Zeiten der sich immer stärker andeutenden Wirtschaftskrise ist eine (mindestens) in Teilen faschistische Partei wie die AfD brandgefährlich. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie die berechtigte Wut in unserem Land in falsche, rassistische Bahnen lenkt und mit ihren vermeintlichen „Antworten“ die echten Schuldigen für Stellenabbau und Sparpolitik in Schutz nimmt. Deswegen gilt:

Antifascist Action gegen rechte Krisenlösungen!

Den rechten Wahlkampf sabotieren!


[RT] AfD-Stand abgeschirmt
Heute wurde der Reutlinger AfD-Wahlkampfstand von ca. 20 Antifaschist*innen aus Tübingen und Reutlingen abgeschirmt und gestört. Die AfD verbreitet nicht nur im Wahlkampf ihre rechte und rassistische Hetze. Dennoch ist es besonders wichtig , dass wir uns ihnen während des Wahlkampfs und in Zeiten einer kapitalistsichen Krise entgegenstellen, um zu verhindern, dass sie diese als Bühne für ihre rechte Propaganda nutzen.

Denn besonders in diesen Zeiten versuchen rechte Kräfte ihre populistischen „Krisenlösungen“ unter die Menschen zu bringen. Die AfD und ihre Mitglieder sind rassistisch, sexistisch, antisemitisch und setzen sich keineswegs für die Interessen großer Teile der Bevölkerung ein, wie sie fälschlich behaupten.
Das Gegenteil ist der Fall: Die Politik der AfD bedroht große Teile der Menschen. Das bedeutet, dass kein-AfD Stand und keine ihrere Veranstaltung ungestört bleiben darf. Die AfD muss konsequent unserer Straßen verwiesen werden.

Da die bürgerliche Mitte es der AfD erlaubt sich in Parlamenten breit zu machen, liegt es an uns, sie auf der Straße zu bekämpfen. So haben wir den AfD-Wahlstand in Reutlingen abgeschirmt. Unter lautstarken Parolen störten wir die AfD, die vergeblich versuchte uns unsere Banner zu entreißen. Nur durch ein großes Polizeiaufgebot konnte dieser frei geräumt werden. Scheinbar traut sich die AfD aufgrund der vergangene Ereignisse und Gegenproteste nicht ohne Schutz von Muskelpaketen und Bullen auf den Marktplatz.

Nachdem wir den Marktplatz verließen waren sich die Cops nicht zu schade uns bis zum Bahnhof zu folgen, dort die Personalien aufzunehmen und uns einen Platzverweis zu erteilen. Diese Handlungen sollen uns einschüchtern und zeigen wie so oft, dass der Staat kein Interesse an selbstbestimmter antifaschistischer Intervention hat.

Aus genau diesem Grund ist es an uns weiterzumachen und den Rechten und Faschisten konsequent entgegenzutreten. Überall dort wo sie auftauchen muss unsere Antwort sein:

antifascist action! – Gegen rechte Krisenlösungen!

Schließt euch unseren Gegenprotesten am nächsten Samstag an, denn zusammen sind wir stärker! Stay tuned.


Die Rechten einsacken! Bericht von der Demo gegen die AfD in Mühlheim am 20.02.2021

Am heutigen 20 Februar 2021 sind in Mühlheim am Main (Kreis Offenbach) über 200 Menschen unter dem Motto „Die Rechten einsacken – Gegen die AfD und jeden Rassismus“ auf die Straße gegangen. Engagierte Mühlheimer*innen nahmen das erstmalige Antreten der Mühlheimer AfD bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung zum Anlass, ihren Protest auf die Straße zu tragen. Wir reisten, gemeinsam mit weiteren solidarischen Menschen, aus Frankfurt an, um die Mühlheimer*innen bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Nach der Auftaktkundgebung am Alten Friedhof in Mühlheim-Dietesheim setzte sich der Demozug laut und entschlossen Richtung Mühlheimer Innenstadt in Bewegung. Auf der Route erhielten wir immer wieder Zuspruch von Passant*innen, die sich sichtlich über die antifaschistischen Sprechchöre freuten. Auf Höhe der Zwischenkundgebung kam es, nach den Redebeiträgen von Hibba Kauser und unserem Redebeitrag zur extremen rechten im Kreis Offenbach, zu einem Zwischenfall: Ein Mann zeigte am Rande der Demonstration einen Hitlergruß und rief „Sieg Heil“, woraufhin couragierte Antifaschist*innen den Störer bestimmt der Demo verwiesen. Zudem hatte die AfD in der vorangegangenen Nacht zur Provokation entlang der Route Plakate aufgehängt, die ebenfalls während der Demonstration fachgerecht entsorgt wuden. Im Bürgerpark angekommen bedankte sich einer der Initiatoren bei den Demonstrant*innen für das Zeichen, das heute in Mühlheim gesetzt wurde, während ein weiterer der Organisatoren über die Verbindungen von AfD-Politiker*innen in der Mühlheimer Stadgesellschaft sprach und schließlich versprach, auch in Mühlheim die AfD auf allen Ebenen zu bekämpfen.
Wir bedanken uns bei allen Menschen, die mit uns auf der Straße waren!

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